Die Anfänge 1957 - 1959
„Am 21. Februar 1957 fand auf Veranlassung von H.H.Pfarrer Johannes Fischer im Saale des Gasthauses Adler ein Pfarrfamilienabend statt, bei welchem Diözesanpräses Dr. Max Rößler ein Referat hielt über „Kolping und sein Werk.“ Bezirksaltsenior Seubert, Karlstadt, Diözesanaltsenior Alois Schneider, Stetten und Bezirkssenior Alfred Zinser, Karlburg, berichteten über die Kolpingfamilien im Dekanat und Kreis Karlstadt und weckten so das Interesse an dem weltweiten Werk des Gesellenvaters.
Es zeigte sich im Verlauf des Abends recht bald, dass die anwesenden Männer vom Wert und der fruchtbaren Arbeit dieses Verbandes überzeugt waren. Es stimmten sehr viele für die Gründung einer Kolpingfamilie in Wiesenfeld, trugen sich in eine Liste ein und veranlassten so die Gründung des ersten katholischen Vereins in unserem Dorf.“
Mit diesen Worten beginnt die Chronik der Kolpingfamilie Wiesenfeld und damit die Geschichte des Kolpingwerkes in der Gemeinde. Die Gründungsversammlung wurde für den 17. März festgelegt und fand im Rathaussaal statt. In Anwesenheit von Pfarrer Johannes Fischer und Kaplan Theo Sell leiteten Bezirksaltsenior Seubert und Bezirkssenior Zinser die Wahl der vorläufigen Vorstandschaft.
Aus der Wahl gingen hervor: Präses: Pfarrer Johannes Fischer
Vizepräses: Kaplan Theo Sell
Altsenior: Felix Roos
Senior: Edwin Werthmann
Kassier: Erhard Binner
Alle Anwesenden entschieden sich für das Gasthaus „Zum Goldenen Stern“ als Vereinslokal.
Der 5. Mai 1957 als Tag der Aufnahme der ersten Mitglieder in die Kolpingfamilie
wurde für das ganze Dorf zu einem Erlebnis. Vom Vereinslokal aus ging der Zug zur Kirche. Sieben Kolpingfamilien aus der Umgebung waren gekommen. Beim feierlichen Festgottesdienst ministrierten sechs junge Männer aus der Gruppe Kolping. Festgottesdienst und Predigt hielt Kaplan Theo Sell. Bei der Aufnahmefeier im Rathaussaal gaben die neuen Kolpingssöhne über dem Diözesanbanner den Handschlag und bekamen vom Vizepräses die Kolpingnadel angesteckt. Ein Lichtbildervortrag von Diözesansenior Martin Wolz über Adolph Kolping rundete die Feierstunde ab.
Bereits am 18. August 1957 war für die junge Kolpingfamilie ein weiterer großer Tag, galt es doch, die Bannerweihe, verbunden mit dem Bezirkstag des Bezirks Karlstadt, festlich zu begehen. Aus der Umgebung waren 16 Kolpingfamilien gekommen. Gemeinsam mit der Blaskapelle Wiesenfeld, dem Spielmannszug aus Lohr und der Kolpingfamilie Wiesenfeld zog man zur Pfarrkirche, wo Pfarrer Fischer und Kaplan Sell das neue Banner weihten. Die in ihrer Gestaltung einmalige Bannerspitze, die Vizepräses Theo Sell selbst entworfen und gestiftet hatte, stammte von der Metalldrückerei Gredel aus Würzburg. Am Nachmittag hielt Kolpingbruder Andreas Bodesohn aus Würzburg auf dem Festplatz am Schlossgarten, wo heute die Turnhalle der Grundschule steht, die Festrede. Darbietungen der Katholischen Landjugend Halsbach und humorvolle Plaudereien des Festredners bereicherten das Programm.
Am 10. Oktober 1957 wurde in einer Mitgliederversammlung beschlossen, eine Kolpingkapelle zu gründen. Gleichzeitig wurde ein Antrag an den Kreisjugendring gestellt, um einen Zuschuss zur Beschaffung von Musikinstrumenten zu erhalten. Schon eine Woche später musste die Kolpingfamilie Abschied nehmen von ihrem Vizepräses Theo Sell, der nach Würzburg in die Pfarrei Heiligkreuz versetzt wurde. In seiner 14-monatigen Tätigkeit in Wiesenfeld hatte er viel bewegt und die Jugend begeistert. Die Kolpingfamilie bedankte sich für seine hervorragende Arbeit mit einem Geschenk.
Auch der gesellige Teil kam bei der Kolpingfamilie nicht zu kurz. Das zeigte sich beim Theaterspiel am 26. Dezember 1957 und beim bunten Abend, der im Saal des Gasthauses Adler am 9. Februar 1958 unter Mitwirkung der Kolpingfamilie stattfand. Die junge Kolpingkapelle hatte inzwischen fleißig geprobt. Gerade ein halbes Jahr nach ihrer Gründung spielte sie am 13. April 1958 erstmals beim Kirchenzug der Erstkommunikanten. Am 7. September trafen sich die Verantwortlichen des Bezirks Karlstadt wieder in Wiesenfeld zu einem Bezirkstag. Diözesanpräses Dr. Max Rößler zelebrierte den Festgottesdienst und hielt auch die Festpredigt. Bei der anschließenden Bezirkskonferenz war die ganze Diözesanführung anwesend.
Am 19. März 1959 feierte Präses Pfarrer Johannes Fischer sein Silbernes Priesterjubiläum. Kolpingfamilie und Kolpingkapelle gestalteten den Festtag mit. Ebenfalls zum Einsatz kamen die Musiker beim Fränkischen Kolpingtag am 6. und 7. Juli 1959 in Karlstadt, der auch viele Teilnehmer aus Wiesenfeld sah.
1960 - 1970
Da der Senior als Leiter der Gruppe Kolping nach den Satzungen des Kolpingwerkes unverheiratet sein musste, legte Edwin Werthmann am 5. Juli 1961 wegen seiner bevorstehenden Heirat sein Seniorenamt nieder. Für ihn wurde Karl Eirich gewählt, der am 6. Mai 1962 sein Amt aus dem gleichen Grund abgab. Sein Nachfolger wurde Hermann Schaub. Am 20. Mai 1962 fand der Fränkische Kolpingtag in Bad Brückenau statt, an dem auch eine Abordnung der Kolpingfamilie Wiesenfeld teilnahm. Im Dezember 1962 kam es auf Initiative von Erhard Binner zu einer Paketaktion für Kolpingbrüder in der DDR. Dabei wurden Verbindungen geknüpft, die zum Teil heute nach fast 44 Jahren noch bestehen.
Am 16. und 17. Juni 1963 besuchte Bischof Josef Stangl die Pfarrei Wiesenfeld zur Altarweihe und Gemeindevisitation. Er empfing auch eine Abordnung der Kolpingfamilie zu einem Gespräch, äußerte sich anerkennend über die geleistete Arbeit und ermunterte zu weiteren Bemühungen. 16 Mitglieder der Kolpingfamilie Wiesenfeld nahmen am Bayerischen Kolpingtag teil, der am 6. und 7. Juli 1963 in Altötting stattfand und für alle zu einem großen Erlebnis wurde. Unter dem Eindruck des Mauerbaus von Berlin hatte man das Motto gewählt: „Einer trage des anderen Last.“ Damit wollte man auf die Situation der Kolpingbrüder in der DDR hinweisen.
Abschied nehmen hieß es am 4. Dezember 1963. Präses Pfarrer Johannes Fischer verließ die Pfarrei Wiesenfeld, um die Pfarrei Sommerach zu übernehmen. Mit Dank und einem Geschenk verabschiedete sich die Kolpingfamilie. Schon am 1. Januar 1964 kam Pfarrer Hugo Seufert nach Wiesenfeld, er übernahm auch das Präsesamt in der Kolpingfamilie. Am Fränkischen Kolpingtag in Gemünden am 6. und 7. Juni 1964 nahmen auch viele Wiesenfelder teil. Am 29. August 1964 nahm Diözesanpräses Dr. Max Rößler in einer eindrucksvollen Aufnahmefeier eine Anzahl Neumitglieder in die Kolpingfamilie auf. Anschließend traf man sich zu einer gemütlichen Feier, die durch Beiträge von Dr. Rößler aufgelockert wurde.
Eine Baumaßnahme von großer Bedeutung für die Kolpingfamilie und das ganze Dorf begann am 3. März 1965: Die alte Pfarrscheune wurde zu einem Pfarrheim umgebaut. Auch die Mitglieder der Kolpingfamilie beteiligten sich eifrig an den Bauarbeiten. Am III. Internatonalen Kolpingtag, der vom 27. bis 30. Mai 1965 in Köln stattfand, nahmen zwölf Mitglieder der Gruppe Jungkolping teil. Wie schon in den Jahren zuvor, ging die Jungkolpinggruppe auch in diesem Jahr auf Zeltlager. Während 1963 Frammersbach und 1964 das Hafenlohrtal bei Lichtenau das Ziel waren, wurden diesmal die Zelte vom 3. bis 10. Juli 1965 bei Königshofen im Kahlgrund aufgeschlagen. Dabei beteiligten sich die Jungen auch an der Bannerweihe der dortigen Kolpingfamilie.
In den Jahren von 1965 bis 1970 gestaltete eine Lektorengruppe der Kolpingfamilie die Gottesdienste an den Sonntagen und bei der wöchentlichen Abendmesse mit. Ebenfalls im Dienst der Pfarrgemeinde übernahm die Gruppe Kolping die Haussammlungen zur Finanzierung des Pfarrheimumbaus. Für diesen Zweck hatte die Kolpingfamilie einen Zuschuss von 500 DM gegeben und damit fast den gesamten Kassenbestand geopfert. Zum ersten Vortragsabend im neuen Pfarrheim traf man sich am 25. Oktober 1966, das Thema war: „Berufliche Weiterbildung.“
Am 8. und 9. Juli 1967 gab das neue Pfarrheim auch den Rahmen für die Feier zum zehnjährigen Bestehen, die mit den Ortsvereinen und den Kolpingfamilien des Bezirks Karlstadt begangen wurde.
Nachdem mit dem Pfarrheim nun ein geeigneter Raum zur Verfügung stand, konnte man Vortragsabende und Seminare in größerem Rahmen durchführen. Erwähnt sei hier das Elternseminar mit Johannes Stüfe, das vom 6. bis 27. März 1968 an vier Abenden sehr viele Besucher anzog. Neue Wege ging man auch in der Jugendarbeit. So wurden im Februar und März 1969 Diskussionsabende mit der Jungkolpinggruppe und der Mädchengruppe veranstaltet, die von Präses Pfarrer Seufert geleitet und sehr gut besucht waren.
1970 - 1980
Ein trauriger Anlass führte die Kolpingfamilie am 20. August 1974 zusammen. Fast alle Mitglieder waren in Rechtenbach zugegen, als Edwin Werthmann zu Grabe getragen wurde. Mit großem Einsatz hatte er zunächst das Amt des Seniors inne, später war er als Schriftführer tätig. Mit einem Nachruf an seinem Grab und einem Gottesdienst gedachte man seines Wirkens.
Nach elfjähriger Tätigkeit in Wiesenfeld verließ Pfarrer Hugo Seufert Wiesenfeld, um die Pfarrei Frankenwinheim zu übernehmen. Am 12. Februar 1975 verabschiedete sich die Kolpingfamilie von ihrem Präses und dankte für seine Arbeit mit einem Geschenk. Ihren neuen Präses, Pfarrer Leo Katzenberger, konnte die Kolpingfamilie am 13. April 1975 begrüßen.
Im Jahre 1977 wurde im Vereinsring der Plan eines Hallenbaus diskutiert. Die Kolpingfamilie wollte nicht abseits stehen und fasste in ihrer Versammlung vom 9. September 1977 den mutigen Beschluss, einen Beitrag in Höhe von 4000 DM zu leisten, obwohl zu diesem Zeitpunkt das gesamte Vereinskapital nur 700 DM betrug. „Dem Menschen eine Antwort“ stand als Leitwort über der Nachtwallfahrt des Bezirks Main-Spessart am 11. Juni 1978 nach Retzbach wie auch über dem Diözesantag am 17. und 18. Juni, der zur 125-Jahrfeier des Kolpingwerks der Diözese in Würzburg stattfand. Die Wiesenfelder waren bei beiden Anlässen mit vielen Mitgliedern vertreten.
Bereits 1977 hatten Michael Zimmermann und Franz Breitenbach mit der Jugendarbeit begonnen. Die Jugendlichen hatten ursprünglich geplant, sich den Pfadfindern anzuschließen, da verwies sie Altsenior Felix Roos auf die bestehende Kolpingfamilie und konnte sie für den Verein gewinnen. Mit ihnen kam neuer Schwung in die Kolpingfamilie. Veranstaltungen wie Zeltlager, Plattenpartys, Theateraufführungen, Sternsingeraktion und Wanderungen belebten das Vereinsgeschehen. In Eigenregie bauten sie den ehemaligen Büchereiraum und den alten Jugendraum im Pfarrhof zu einem geräumigen Jugendraum aus.
1980 - 1990
Zum 1. Januar 1980 trat die Gruppe mit 25 Mitgliedern dann auch offiziell der Kolpingfamilie bei. Erwin Amend und Bernhard Brückner führten später die Jugendarbeit weiter.
Das Jahresthema „Familie – unsere Zukunft“ gab dem Winterprogramm 1979/1980 den Rahmen. Hier sind besonders die Referate von Präses Pfarrer Katzenberger zur Frage „Warum noch kirchlich heiraten“ und von Professor Albert Kestler zum Thema „Staat kontra Familie“ hervorzuheben.
Bereits 1958 hatte sich die Kolpingfamilie in einem Vortragsabend mit dem Thema Atomkraft befasst. Am 3. Oktober 1980 nutzten 35 Mitglieder die Möglichkeit, sich bei einem Besuch des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld umfassend zu informieren. Im Frühjahr 1981 befasste man sich in einer sehr gut besuchten dreiteiligen Vortragsreihe mit Sozialgerichtsrat Hubert Müller mit dem Thema „Unsere Heranwachsenden und wir“. Im März 1982 behandelte Pfarrer Edwin Bauer, Aschaffenburg, die Problematik „Sünde – Schuld – Vergebung“ in mehreren Vorträgen, mehr als 300 Besucher kamen zu diesen Abenden. Ebenfalls im März 1982 beteiligte sich die Jungkolpinggruppe an der BDKJ-Paketaktion für Polen. Mehr als eine Tonne Lebensmittel und Kleider wurden dabei gesammelt.
In großem Rahmen feierte die Kolpingfamilie am 24. und 25. Juli 1982 ihr 25jähriges Bestehen. Mit einer Feierstunde in der Aula der Grundschule zu Ehren der Männer, die die Kolpingfamilie 1957 gegründet hatten und ihr treu geblieben waren, wurden die Festtage eröffnet. Anschließend gedachte man auf dem Friedhof der verstorbenen Gründungsmitglieder, bevor sich der Zug zur neu erbauten Waldsassenhalle in Bewegung setzte. Militärdekan a. D. Theo Sell, der Mitbegründer der Kolpingfamilie und Schirmherr der Jubiläumstage, erinnerte in seiner Festansprache an die Anfangszeit, die nicht immer leicht war. Er wies aber auch darauf hin, dass die Arbeit im Dienst Adolph Kolpings noch einen höheren Auftraggeber hat, nämlich Gott.
Mit einem eindrucksvollen Bannerzug zur Kirche begann der Sonntag. Zahlreiche Kolpingfamilien aus der Diözese Würzburg nahmen teil. Militärdekan a. D. Theo Sell, Diözesanpräses Hans Herderich, Pfarrer Johannes Fischer und Präses Pfarrer Leo Katzenberger zelebrierten gemeinsam den Festgottesdienst, bei dem auch das neue Kolpingbanner geweiht wurde. Der Festzug am Nachmittag führte nochmals zahlreiche Kolpingfamilien und die Ortsvereine zur Waldsassenhalle. Dort gestalteten die Mädchen der Kolpingfamilie Hösbach und die Kolpingjugendblaskapelle Karlburg das Programm. Das Jubiläum stand unter dem Motto: „Mit Kolping Brücken bauen!“ Getreu dem Motto begann die Kolpingfamilie mit diesem Fest eine Partnerschaft mit der Kolpingfamilie Sankt Lukas in São Paulo/Brasilien. Konkret sollte die Einrichtung einer Schmiedewerkstatt und einer Bauschlosserei unterstützt werden.
„Was uns zum Umdenken nötigt“ war der Titel eines dreiteiligen Seminars im Februar und März 1983 im Pfarrheim. In den einzelnen Vorträgen behandelten die Referenten die Themen Umwelt, Entwicklungsländer und Energie. Ab 1984 begann man, die Familien stärker in die Bildungsarbeit einzubeziehen. Mit dem Wochenende vom 10. bis 12. Februar 1984 in der Kolping-Familienferienstätte Immenreuth startete eine Reihe von zehn Wochenendseminaren, die mit Unterbrechungen bis 1999 in Wertach, Immenreuth, am Volkersberg und in Altenstein stattfanden. Themen waren unter anderem „Schule und Familie“, Was tut der Staat für die Familie“ und „Der Generationenkonflikt.“
Bei der Diözesanaktion „Soziale Fragen gestern und heute“ konnte die Kolpingfamilie Wiesenfeld einen großen Erfolg verzeichnen. Nachdem das Rateteam, bestehend aus Friedrich Gopp, Heinrich Kohlhepp, Wilhelm Werthmann und Hermann Schaub am 11. Mai 1984 beim Quizabend des Bezirks Main Spessart im Lohrer Pfarrheim den ersten Platz belegt hatte, ging es auch am 20. Juli 1984 aus dem Diözesanentscheid in der Lohrer Stadthalle als Sieger hervor. Ein Gutschein für ein Wochenende im Familienferienheim Immenreuth war der Lohn für das Rateteam. Viele Wiesenfelder Fans hatten ihr Team lautstark unterstützt und freuten sich über den Erfolg.
Die Mariengrotte am Berg renovierten die Kolpingmitglieder 1986. Sie säuberten die Umgebung, verlegten Natursteine als Bodenbefestigung und stellten zwei Bänke auf, die die Stadt Karlstadt zur Verfügung gestellt hatte. „Werkzeuge für die Dritte Welt“ nannte sich die Aktion, bei der im November 1987 auf dem Gelände der Spedition Werthmann in Wiesenfeld zwei Container mit Maschinen und Werkzeugen aller Art gefüllt wurden. Kolpingfamilien aus dem Landkreis Main-Spessart hatten die Geräte gesammelt, die für die Förderung des Handwerks in den Entwicklungsländern bestimmt waren.
An der 850-Jahrfeier von Wiesenfeld beteiligte sich die die Kolpingfamilie mit drei Beiträgen. Am 8. April 1989 las Dr. Walter Schmähling im Pfarrheim aus den Werken des Dichters Hermann Sendelbach, der aus dem Ortsteil Erlenbach stammte. Beim Dorffest am 16. Juli spielte die Kolpinggruppe den „Staatsbesuch in Wiesenfeld.“ Ein besonderes Glanzlicht war jedoch der Quizabend am 22. November in der Waldsassenhalle zur Ortsgeschichte mit dem Titel: „Kennst Du Deine Heimat?“, bei dem sich die Ortsvereine mit Rateteams beteiligten.
1990 - 2000
Ein Höhepunkt in der Geschichte der Kolpingfamilie war die Seligsprechung Adolph Kolpings am 27. Oktober 1991. Eine große Gruppe aus Wiesenfeld war in Rom dabei und erlebte die Feierlichkeiten aus nächster Nähe mit. Der Gottesdienst auf dem Petersplatz, die Papstaudienz im Petersdom, die Stadt mit ihren Kirchen und Sehenswürdigkeiten begeisterten und beeindruckten die Teilnehmer.
Am 22. Juni 1997 fand, wie schon 1989, die jährliche Frühwallfahrt des Bezirks Main-Spessart in Wiesenfeld statt. Den Gottesdienst in der Pfarrkirche zelebrierte Präses Langenstein aus Neuendorf. Zum gemeinsamen Frühstück traf man sich anschließend in der Waldsassenhalle. Ein Tag der Trauer war für die Kolpingfamilie der 4. Juli 1997. Präses Pfarrer Leo Katzenberger war nach schwerer Krankheit im Alter von 56 Jahren gestorben. Über 22 Jahre war er der Kolpingfamilie mit Rat und Tat zur Seite gestanden und hatte sie nach Kräften unterstützt. Mit einer riesigen Trauergemeinde gab auch die Kolpingfamilie am 8. Juli das letzte Geleit zu seiner Ruhestätte auf dem Wiesenfelder Friedhof.
Der Familienwandertag, der seit 1981 jährlich stattfindet, hatte 1997 einen etwas anderen Verlauf. Zu Fuß ging es am 5. Oktober zur Staustufe Steinbach. Von dort fuhr man mit dem Schiff zur Harrbacher Staustufe, von wo aus nach Wiesenfeld zurück gewandert wurde.
Die Feiern zum 40jährigen Bestehen der Kolpingfamilie, die im Vorjahr wegen der schweren Erkrankung des Präses verschoben worden war, wurden 1998 nachgeholt. Am 14. März ehrte die stellvertretende Diözesanvorsitzende Dorothea Schömig beim Festabend im Pfarrheim zahlreiche langjährige Mitglieder und sprach in ihrer Festrede über „Adolph Kolping und sein Werk heute.“ Das Jubiläumsfest begann am 18. Juli am Kirchplatz Das Totengedenken am Friedhof und der Festgottesdienst in der Pfarrkirche, den Diözesanpräses Dietrich Seidel mit Studiendirektor a. D. Theo Sell zelebrierte, folgte am 19. Juli. Zahlreiche Kolpingfamilien aus dem Umkreis nahmen teil.
Erstmals beteiligte sich die Kolpingfamilie im Herbst 1998 an der Aktion des Diözesanverbandes „Süße Päckchen für Kinder in Rumänien.“ In der Zeit vom 26. September bis zum 2. Oktober wurden mit viel Liebe von den Wiesenfeldern 512 Päcken gepackt. Über „Rumänien – ein Land mit verschiedenen Gesichtern“ berichtete Bildungsreferent Erhard May am 28. März 1999 im Pfarrheim. Vor allem erzählte er von den vielfältigen Maßnahmen des rumänischen Kolpingwerks. Eva Lokody und Gertruda Ciceu aus Rumänien ergänzten seine Ausführungen und freuten sich über einen Scheck über 3000 DM, den der Vorsitzende der Kolpingfamilie für die Arbeit in Rumänien überreichte.
2000 - 2010
Am 15. Januar 2000 konnte die Kolpingfamilie den neuen Pfarrer Leo Brand in Wiesenfeld begrüßen. Bei der Generalversammlung am 28. Januar erklärte er sich bereit, das Amt des Präses zu übernehmen. Vom 22. bis 25. Juni unternahm die Kolpingfamilie eine Busfahrt nach Dresden und in die Sächsische Schweiz und beim Kolpingtag 2000 vom 29. September bis zum 1. Oktober 2000 in Köln beteiligte sich eine Gruppe aus Wiesenfeld.
Zu einem Seminar für Vorstandsmitglieder traf man sich am 27. und 28. Januar 2001 in Rückersbach. Diese Form der Vorstandsarbeit begeisterte die Telnehmer und brachte neue Motivation. Am 20. Mai besuchte man die Kolpingfamilie Suhl zu ihrem zehnjährigen Bestehen, mit der man bei einem Familienwochenende auf dem Volkersberg Freundschaft geschlossen hatte. Zum Diözesantag in Gemünden am 22. Juli 2001 waren die Wiesenfelder mit ihrem Riesenkickboard gekommen, das sie beim Faschingszug erstmals präsentiert hatten und das vom Guinness Buch der Rekorde als weltgrößtes Kickboard anerkannt worden war.
Eine Riesengaudi war dann auch das Riesen-Kickboardrennen am 16. Juni 2002. Zum Rennen waren 13 Mannschaften angetreten, Start und Ziel lagen an der Synagoge. Sieger wurde das Team des CSU-Ortsverbandes in der Zeit von 2:04 Minuten. Es ging dabei nicht nur um den Spaß. Der Erlös dieser Veranstaltung war für ein Ausbildungszentrum des Kolpingwerks in Rumänien bestimmt. Für diesen Zweck konnte die Kolpingfamilie bei ihrer Adventsfeier einen Scheck über 2600 € an den Bildungsreferenten des Verbandes, Erhard May überreichen
Etwas schwierig gestaltete sich die Generalversammlung am 17. Januar 2003. Für den Vorsitzenden Hermann Schaub, der nach 40 Jahren als Senior und Vorsitzender nicht mehr für dieses Amt kandidierte, konnte kein Ersatz gefunden werden. Schriftführer Otto Füller übernahm vorerst die Aufgaben des Vorsitzenden. Pater Beda Zilch, der am 10. März 2002 nach Wiesenfeld gekommen war, wurde zum Vizepräses gewählt. Beim Kolpinggedenktag am 7. Dezember 2003 ernannte die Kolpingfamilie ihren langjährigen Vorsitzenden Hermann Schaub zum Ehrenvorsitzenden, bereits 1987 war ihm das Ehrenzeichen des Kolpingwerks verliehen worden.
Ein Konzert mit dem russischen Akkordeon-Ensemble „Collage“ am 25. Januar 2004 im Pfarrheim begeisterte die Zuhörer. Schriftführer Otto Füller wurde für seine mehr als 20jährige Tätigkeit als Schriftführer am 24. April 2004 mit der Vereinsehrennadel in Silber der Stadt Karlstadt und am 26. November 2004 mit der Landkreismedaille in Bronze ausgezeichnet. Am 23. Oktober waren 17 Kolpingmitglieder mit Pfarrer Leo Brand und Diakon Klaus Heßdörfer zum Abschluss des Jubiläums „150 Jahre Kolping Mainfranken“ mit dem Sonderzug der Diözese nach Köln gefahren.
Von ihrer Reise nach Kenia berichteten am 17. März 2005 Klaus Amthor aus Stetten und Theo Dittmaier aus Wiesenfeld, dies war auch der Beginn des Selbsthilfeprojektes Ombei in Kenia, das die Kolpingfamilien Stetten und Wiesenfeld gemeinsam unterstützen. Sein Goldenes Priesterjubiläum feierte der Mitbegründer der Kolpingfamilie, Studiendirektor a. D. Theo Sell, am 17. Juli 2005 in seiner Heimatgemeinde Goldbach. Die Wiesenfelder nahmen mit einer Abordnung teil.
Beim Kolpinggedenktag am 3. Dezember 2005 konnten 17 Kolpingsöhne für 25 Jahre und ein Mitglied für 40 Jahre Treue zum Kolpingwerk geehrt werden. Der frühere Vizepräses Theo Sell überreichte die Ehrennadeln.
Bei der Generalversammlung am 27. Januar 2006 konnte wieder eine komplette Vorstandschaft gewählt werden.
Gewählt wurden: Vorsitzender Otto Füller
Stellvertretender Vorsitzender Erwin Amend
Schriftführer Christian Ott
Kassier Rudi Werthmann
Beisitzer Franz Wolf
Norbert Breitenbach
Angelika Dittmaier
Hans Ommert
Irmgard Schaub
Gunter Scherkl
Wilhelm Werthmann
Für das für 2007 geplante Jubiläumsfest wurde ein Festausschuss mit Franz Breitenbach, Hermann Schaub, Paul Sammeth und Bernhard Arnold gewählt.
Kaum ein Jahr nach seinem Goldenen Priesterjubiläum wurde der Mitbegründer der Kolpingfamilie Wiesenfeld, Studiendirektor a. D. Theo Sell, am 10.Juli 2006 in Goldbach zu Grabe getragen. Eine Abordnung der Kolpingfamilie erwies ihm die letzte Ehre.
Unter dem Motto „Sozial – Aktiv – Mutig – Stark“ stand die Kolpingmesse am 23. Juli 2006 in Marktheidenfeld, bei der Projekte, Aktionen und Ideen vorgestellt wurden, die anregen sollten zu sozialem Handeln. Die Wiesenfelder Kolpingfamilie war mit dem Selbsthilfeprojekt Ombei vertreten.
In all den Jahren gab es sehr viele Vortrags- und Diskussionsabende zu Themen wie Renten, Steuern, Arbeit, Berufsbildung, Umwelt, Energie, Suchtkrankheiten, Politik und Entwicklungshilfe. Religiöse Themen hatten ebenso ihren Platz wie Computerseminare, Bastelabende und ein Erste-Hilfe-Kurs.
Im geselligen Bereich gab es Theaterbesuche, Besichtigungen, Reiseberichte, Tanzabende, interne Schafkopfturniere, Weinproben, Kreuzbergwanderungen und Ausflüge. Ein Tanzkurs war ebenso dabei wie ein Kochkurs. Unbedingt erwähnt werden muss auch die jährliche Teilnahme am Faschingszug. Originelle Ideen und eine professionelle Ausführung kennzeichnen die Beiträge der Kolpingfamilie. Aktuelle Themen wie zum Beispiel der „Kreißsaal-Krieg“ in Main-Spessart 2004 wurden mit einer „Mobilen Entbindungsstation“ aufgegriffen.
Einen besonderen Stellenwert hat der Kolpinggedenktag, der jeweils am ersten Wochenende im Dezember mit einem Gottesdienst und anschließender Feierstunde im Pfarrheim begangen wird.
Seit 1981 gibt es die jährlichen Familienwanderungen, seit 1986 die Osternachtfeiern nach der Ostermette im Pfarrheim. Mindestens ebenso lange wird die Betstunde am Gründonnerstag von der Kolpingfamilie gestaltet. Seit 1980 organisiert die Kolpingfamilie die Sternsingeraktionen am Dreikönigstag, Durch den Erlös dieser Aktionen, wie auch durch die jährlichen Altkleidersammlungen und Spenden der Mitglieder konnten bisher rund 50.000 DM und nach Einführung des Euro etwa 10,000 € für die Partnerschaft mit Sankt Lukas und für Projekte in Burkina Faso, Kenia, Rumänien und Kroatien überwiesen werden. Von 1991 an wurden mehr als zehn Jahre lang kleine Ausflüge mit Patienten des Nervenkrankenhauses Lohr durchgeführt.
Vieles hat sich seit den Anfangsjahren der Kolpingfamilie verändert. Aus dem ehemaligen Gesellenverein, der nur Männer als Mitglieder zählte, ist eine familienhafte Gemeinschaft geworden, in der sich Männer, Frauen und Kinder heimisch fühlen können. Adolph Kolpings Botschaft muss zwar zeitgemäß formuliert werden, im Kern aber bleibt sie immer gültig. In Religion und Familie, in Beruf und Gesellschaft zu wirken, ist Aufgabe der Kolpingfamilie.